Konfliktlotsen

Quelle: Melissa Lieb (http://bilder.tibs.at/node/21857) Lizenz: CC BY-NC-SA 3.0 AT

Mediation: Was ist das?
Unter Mediation wird eine Form der Konfliktlösung verstanden, bei der die Konfliktparteien einen außenstehenden Vermittler hinzuziehen, um ihren Streit zu lösen. Der Mediator führt durch das Gespräch, hat aber keine Entscheidungsbefugnis. Lösungen können nur von den Streitparteien selbst erarbeitet werden.

Die EHS geht seit einigen Jahren diesen speziellen Weg, um mit den zunehmenden Konflikten im Schulalltag umzugehen. SchülerInnen und LehrerInnen wurden zu Konfliktlotsen ausgebildet. Ihre Aufgabe ist es, als objektive Dritte bei Konflikten und Streitereien zu vermitteln. Im Gespräch sollen die Bedürfnisse der Streitenden geklärt werden, sowie eine Möglichkeit gefunden werden, mit Streit besser umzugehen. Die MediatorInnen sind für den Gesprächsablauf verantwortlich, die Lösung können nur die Streitenden selbst unter Anleitung finden. Mediation ist nur möglich, wenn beide Streitparteien die Bereitschaft zeigen, sich der Auseinandersetzung mit dem Problem zu stellen.

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Ab der zweiten Klasse können sich SchülerInnen zu Konfliktlotsen ausbilden lassen. Dies geschieht in einem mehrstündigen Kurs. Im Zuge der Ausbildung lernen die TeilnehmerInnen Konflikte wahrzunehmen und entsprechend zu handeln. Wichtige Inhalte der theoretischen Ausbildung sind die Weiterentwicklung und Förderung von empathischen und kommunikativen Fähigkeiten. Die mediative Gesprächsführung samt lösungsorientiertem Handeln wird vorgestellt. Im Anschluss wird das theoretische Wissen in Form von Rollenspielen geübt.

Zu Beginn des Schuljahres erfolgt eine Vorstellungsrunde durch alle Klassen der Schule. Ziel ist es, den ersten Klassen das Angebot der Konfliktlotsen zu erklären und die zweiten, dritten und vierten Klassen an die Möglichkeit der Schulmediation zu erinnern. Als neuer Treffpunkt wurde das Besprechungszimmer im ersten Stock erkoren, wo sich die Konfliktlotsen zurückziehen und ihre Fälle besprechen können. Die SchülerInnen gestalteten neue Plakate mit ihren Fotos versehen. So haben alle SchülerInnen einen Überblick über die MediatorInnen und deren Gruppenzugehörigkeit und können sich einen Streitvermittler aussuchen. Neben dem Besprechungszimmer hängt die „Konfliktbox“, über welche Kontakt zu den Konfliktlotsen aufgebaut werden kann. Es reicht, ein Kärtchen mit dem jeweiligen Anliegen einzuwerfen. Die Box wird dreimal wöchentlich entleert, die Zettel werden noch am selben Tag den gewünschten Konfliktlotsen gebracht. Diese suchen dann meist zu zweit die betreffenden Schüler auf und führen das Mediationsgespräch. Der Abschluss eines solchen Verfahrens erfolgt in Form eines Vertrages, den die beiden Streitparteien unterschreiben müssen. Auf diesem Weg konnten schon viele Konflikte ohne Beihilfe von Erwachsenen gelöst werden. Gerade SchülerInnen der ersten und zweiten Klassen nutzen gerne das Angebot der Schülermediation, um ihre Streitigkeiten beizulegen. Sollte einmal ein Gespräch gar nicht funktionieren, haben die Konfliktlotsen die Möglichkeit, einen Lehrer oder die Psychologin als Unterstützung beizuziehen.

Es ist erfreulich zu sehen, mit wieviel Engagement die Mädchen und Burschen an ihre Aufgabe herangehen. Schülermediation hat jedoch noch weiter reichende Folgen als die reine Streitvermittlung. Sie ist eine Form der Prävention gegen Gewalt und Mobbing in der Schule. Die kommunikativen Fähigkeiten werden gefördert und tragen so zu einer positiven Entwicklung der Gesprächskultur bei. Das große Ziel soll eine allgemeine Verbesserung des Schulklimas sein.

Wichtige Regeln im Umgang miteinander…

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